GER-Niveau B2 • Pronomen

Relativpronomen: was und wer

Auf B2-Niveau verwenden Sie die besonderen Relativpronomen was und wer. Was bezieht sich auf ganze Sätze, auf alles, nichts, etwas und auf substantivierte Superlative. Wer leitet verallgemeinernde Relativsätze ein: Wer früh aufsteht, hat mehr vom Tag.

Kernregel: Was als Relativpronomen: nach alles, nichts, etwas, das, vieles und nach ganzen Sätzen: Er hat bestanden, was mich freut. Wer als verallgemeinerndes Relativpronomen: Wer fleißig lernt, der besteht die Prüfung.

Was als Relativpronomen

Was wird als Relativpronomen in drei Fällen verwendet:

1. Nach Indefinitpronomen

Nach alles, nichts, etwas, vieles, einiges, manches, das:

  • Alles, was er sagt, ist wahr.
  • Nichts, was du tust, wird ihn überzeugen.
  • Das, was ich meine, ist etwas anderes.

2. Nach substantivierten Superlativen

Nach das Schönste, das Beste, das Wichtigste usw.:

  • Das Schönste, was ich je erlebt habe, war die Reise nach Japan.
  • Das Beste, was du tun kannst, ist ruhig bleiben.

3. Bezug auf einen ganzen Satz

In weiterführenden Relativsätzen bezieht sich was auf die gesamte Aussage des Hauptsatzes:

  • Er hat die Prüfung bestanden, was alle überraschte.
  • Sie kam pünktlich, was nicht selbstverständlich ist.
  • Die Firma hat neue Stellen geschaffen, was viele Bewerber freut.
Achtung: Was wird nicht dekliniert. Wenn eine Präposition nötig ist, verwendet man ein Pronominaladverb: Alles, worüber wir sprachen (nicht: *über was).

Wer als verallgemeinerndes Relativpronomen

Wer leitet verallgemeinernde Relativsätze ohne konkretes Bezugswort ein. Der Hauptsatz enthält oft ein korrelierendes der:

Tipp: Das der im Hauptsatz kann wegfallen, besonders in Sprichwörtern und festen Redewendungen. In formellem Deutsch wird es oft beibehalten.

Deklination von wer im Relativsatz

Wer wird im Relativsatz dekliniert – genau wie das Fragepronomen:

KasusRelativpronomenKorrelatBeispiel
Nom.werderWer das glaubt, der irrt sich.
Akk.wendenWen ich nicht kenne, den lade ich nicht ein.
Dat.wemdemWem das nicht gefällt, dem steht es frei zu gehen.
Gen.wessendessenWessen Arbeit fertig ist, der darf früher gehen.

Weiterführende Relativsätze

Ein weiterführender Relativsatz mit was kommentiert den ganzen Hauptsatz. Er kann nicht weggelassen werden, ohne den Sinn zu verändern:

Unterschied: Er hat bestanden, was mich freut. (weiterführend – bezieht sich auf den ganzen Satz) vs. Alles, was er sagt, stimmt. (bezieht sich auf alles).

Zusammenfassung

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Wann steht was als Relativpronomen?

In drei Fällen: 1. Nach alles, nichts, etwas, vieles, das, einiges, manches: Alles, was er sagt, stimmt. 2. Nach substantivierten Superlativen: Das Schönste, was ich je gesehen habe. 3. Bezug auf einen ganzen Satz: Er hat gekündigt, was alle überraschte.

Wann verwendet man wer als Relativpronomen?

Wer leitet verallgemeinernde Relativsätze ein (ohne konkretes Bezugswort): Wer Fragen hat, (der) kann sich melden. Das korreliert häufig mit der im Hauptsatz, der kann aber auch wegfallen.

Kann man was deklinieren?

Nein, was wird nicht dekliniert. Wenn eine Präposition nötig ist, verwendet man stattdessen ein Pronominaladverb: Alles, worüber wir gesprochen haben (nicht: *über was). In der Umgangssprache hört man manchmal „über was“, aber standardsprachlich gilt das als falsch.

Wird wer in Relativsätzen dekliniert?

Ja: Wer (Nom.) das glaubt, irrt sich. Wen (Akk.) ich nicht kenne, lade ich nicht ein. Wem (Dat.) das nicht gefällt, kann gehen. Wessen (Gen.) Arbeit fertig ist, darf früher gehen.

Übungen

Ready to practice? Log in to begin!
Log in to unlock exercises

More ways to practice German