GER-Niveau C1 • Pronomen

Indefinitpronomen im formellen und schriftlichen Register

Auf C1-Niveau beherrschen Sie Indefinitpronomen, die vorwiegend im formellen und schriftlichen Register vorkommen: jedermann (juristisch/gehoben), wer auch immer / was auch immer (konzessiv), jeglicher/jegliche/jegliches und sämtliche als gehobene Varianten.

Kernregel: Jedermann entspricht jeder, wird aber nur formell oder juristisch verwendet: Jedermann hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer auch immer drückt konzessive Unbestimmtheit aus: Wer auch immer das getan hat, wird zur Rechenschaft gezogen. Jeglicher und sämtliche verstärken die Totalität.

Jedermann – formelle Variante von jeder

Jedermann bedeutet jeder (Mensch) und wird fast ausschließlich in formellen, juristischen und literarischen Kontexten verwendet. Es ist in Nominativ, Akkusativ und Dativ unveränderlich und wird nur im Genitiv dekliniert (jedermanns):

KasusFormBeispiel
Nom.jedermannJedermann hat das Recht auf freie Meinung.
Akk.jedermannDas betrifft jedermann.
Dat.jedermannDas ist jedermann bekannt.
Gen.jedermannsDas ist nicht jedermanns Sache.

Wer auch immer und was auch immer

Diese konzessiven Indefinitkonstruktionen drücken aus, dass die Identität der Person oder Sache keine Rolle spielt. Sie werden wie wer/was dekliniert:

KasusPersonSache
Nom.wer auch immerwas auch immer
Akk.wen auch immerwas auch immer
Dat.wem auch immer

Jeglicher / jegliche / jegliches

Jeglicher ist eine emphatische Variante von jeder und betont die lückenlose Totalität. Es wird wie ein starkes Adjektiv dekliniert und steht häufig in formellen Kontexten oder Verneinungen:

Tipp: Jeglicher ist stärker als jeder und betont die Ausnahmslosigkeit. Man findet es vor allem in juristischen, wissenschaftlichen und journalistischen Texten.

Sämtliche – gehobene Variante von alle

Sämtliche bedeutet alle (ohne Ausnahme) und wird stark dekliniert. Es ist besonders in schriftlichen, formellen Texten verbreitet:

Zusammenfassung

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Wann verwendet man jedermann statt jeder?

Jedermann ist die gehobene, formelle Variante von jeder und kommt vor allem in juristischen Texten, Gesetzen und formellen Reden vor: Jedermann hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Im Alltag verwendet man jeder: Jeder weiß das.

Wie wird wer auch immer grammatisch konstruiert?

Wer auch immer leitet einen konzessiven Relativsatz ein. Es wird dekliniert wie wer: Nom. wer auch immer, Akk. wen auch immer, Dat. wem auch immer. Beispiel: Wen auch immer Sie fragen, die Antwort wird dieselbe sein. Parallel: Was auch immer geschieht, wir bleiben gelassen.

Was bedeutet jeglicher und wann wird es verwendet?

Jeglicher/jegliche/jegliches ist eine emphatische Variante von jeder und betont die Totalität ohne Ausnahme. Es wird wie ein starkes Adjektiv dekliniert und steht meist in Verneinungen oder formellen Kontexten: Ohne jegliche Vorwarnung wurde das Projekt gestoppt. Er lehnte jeglichen Kompromiss ab.

Wie unterscheiden sich sämtliche und alle?

Sämtliche ist die gehobene, schriftsprachliche Variante von alle und betont die lückenlose Gesamtheit: Sämtliche Teilnehmer wurden informiert. = Alle Teilnehmer wurden informiert. Sämtliche wird stark dekliniert und steht bevorzugt in formellen, wissenschaftlichen oder juristischen Texten.

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