Auf C1-Niveau erkennen und verwenden Sie pronominale Strukturen im Nominalstil. In formellen und wissenschaftlichen Texten werden verbale Konstruktionen häufig durch nominale ersetzt – dabei spielen Pronomen wie dessen, deren, dies, solch- und Pronominaladverbien eine zentrale Rolle bei der Verknüpfung.
Im Nominalstil werden Handlungen und Vorgänge als Nomen (Nominalisierungen) ausgedrückt, statt als Verben. Pronomen und Pronominaladverbien spielen eine zentrale Rolle, um diese nominalen Strukturen miteinander zu verknüpfen:
Die Genitivpronomen dessen (m./n.) und deren (f./Pl.) sind im Nominalstil unverzichtbar, weil sie eindeutige Zuordnungen ermöglichen:
Pronominaladverbien wie dadurch, dabei, dafür, dazu ersetzen umständliche Präpositionalphrasen und sorgen für kompakte Formulierungen:
| Schwer (Präp. + Pronomen) | Elegant (Pronominaladverb) |
|---|---|
| durch diese Maßnahme | dadurch |
| bei dieser Gelegenheit | dabei |
| für diesen Zweck | dafür |
| zu diesem Thema | dazu |
| über dieses Ergebnis hinaus | darüber hinaus |
| aus diesem Ergebnis | daraus |
Diese Pronomen verweisen im Nominalstil auf zuvor genannte Sachverhalte:
Demonstrativpronomen (dessen, deren, dies, solch-) verweisen auf zuvor genannte Nominalisierungen: Die Untersuchung dieser Phänomene ergab… Pronominaladverbien (dadurch, dafür, damit, dabei) ersetzen durch + das usw.: Die Einführung des Systems und die dadurch bedingte Effizienzsteigerung…
Dessen/deren sind eindeutiger als sein/ihr, weil sie sich immer auf das letztgenannte Nomen beziehen: Der Minister und dessen Staatssekretär (= des Ministers). Mit sein wäre die Zuordnung unklar. In formellen Texten wird dessen/deren bevorzugt.
Der Nominalstil ermöglicht kompakte Formulierungen mit hoher Informationsdichte: Die Prüfung der Unterlagen statt Man prüfte die Unterlagen. Er ist Standard in Verwaltung, Wissenschaft, Recht und Journalismus. Pronomen und Pronominaladverbien sorgen dabei für die Textkohäsion.
In mündlicher Kommunikation und allgemeinverständlichen Texten wirkt der Nominalstil oft schwer und bürokratisch. Zu viele Nominalisierungen mit dessen/deren/dadurch können den Text unübersichtlich machen. Guter Stil wechselt zwischen Nominal- und Verbalstil.