Auf C1-Niveau verwenden Sie die verallgemeinernden Relativpronomen wer…der und was…das sicher. Diese Konstruktionen drücken allgemeingültige Aussagen aus, ohne eine bestimmte Person oder Sache zu nennen: Wer viel liest, der lernt viel.
Kernregel: Wer leitet den Nebensatz ein und bezieht sich auf Personen (allgemein): Wer lügt, der verliert das Vertrauen. Was bezieht sich auf Sachen: Was du sagst, das stimmt nicht. Das Korrelat (der/das) im Hauptsatz kann oft weggelassen werden: Wer lügt, verliert das Vertrauen.
Was sind verallgemeinernde Relativpronomen?
Verallgemeinernde Relativpronomen leiten Nebensätze ein, die allgemeingültige Aussagen machen, ohne eine bestimmte Person oder Sache zu nennen. Sie stehen satzeinleitend und beziehen sich nicht auf ein konkretes Bezugswort:
- Wer viel liest, der lernt viel. (= jeder, der viel liest)
- Was du sagst, das stimmt nicht. (= das, was du sagst)
- Wer wagt, gewinnt. (allgemein gültig, ohne Korrelat)
Unterschied: Normaler Relativsatz: Der Mann, der dort steht, ist mein Bruder. (konkretes Bezugswort). Verallgemeinernder Relativsatz: Wer dort steht, der soll herkommen. (kein konkretes Bezugswort).
Wer…der für Personen
Wer leitet den Nebensatz ein, der steht als Korrelat im Hauptsatz. Beide werden dekliniert:
| Kasus Nebensatz | Kasus Hauptsatz | Beispiel |
| Wer (Nom.) | der (Nom.) | Wer lügt, der verliert das Vertrauen. |
| Wen (Akk.) | den (Akk.) | Wen man nicht einlädt, den will man nicht sehen. |
| Wem (Dat.) | dem (Dat.) | Wem das nicht passt, dem steht es frei zu gehen. |
| Wem (Dat.) | der (Nom.) | Wem kalt ist, der soll sich eine Jacke anziehen. |
Kasuswechsel: Wenn Nebensatz und Hauptsatz verschiedene Kasus haben (z. B. Dat. im Nebensatz, Nom. im Hauptsatz), ist das Korrelat obligatorisch. Bei gleichem Kasus kann es wegfallen.
Was…das für Sachen
Was bezieht sich auf Sachen oder abstrakte Inhalte. Das Korrelat das ist häufig optional:
- Was du sagst, (das) stimmt nicht.
- Was geschehen ist, (das) lässt sich nicht ändern.
- Was billig ist, (das) ist nicht immer schlecht.
- Was ich nicht weiß, (das) macht mich nicht heiß.
Feste Wendungen und Sprichwörter
Viele deutsche Sprichwörter und Redewendungen verwenden die wer…der-Konstruktion – das Korrelat fehlt oft:
- Wer wagt, gewinnt.
- Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
- Wer A sagt, muss auch B sagen.
- Wer nicht hören will, muss fühlen.
- Was sein muss, muss sein.
- Was man hat, das hat man.
- Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Zusammenfassung
- Wer…der für Personen, was…das für Sachen.
- Wer/was leitet den Nebensatz ein, der/das steht als Korrelat im Hauptsatz.
- Das Korrelat ist obligatorisch bei Kasuswechsel, sonst optional.
- Beide werden dekliniert: wer, wen, wem / der, den, dem.
- Viele Sprichwörter nutzen diese Konstruktion ohne Korrelat.
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Wie wird wer in dieser Konstruktion dekliniert?
Das verallgemeinernde wer wird wie das Fragepronomen dekliniert, und das Korrelat passt sich an: Nom.: Wer das sagt, der irrt. Akk.: Wen man nicht einlädt, den will man nicht sehen. Dat.: Wem das nicht passt, dem steht es frei zu gehen.
Kann man das Korrelat der/das weglassen?
Ja, wenn kein Kasuswechsel vorliegt, ist das Korrelat optional: Wer wagt, (der) gewinnt. Bei Kasuswechsel ist das Korrelat obligatorisch: Wem das nicht gefällt, der kann gehen. (Dat. → Nom., Korrelat nötig).
Gibt es feste Redewendungen mit wer…der?
Ja, viele Sprichwörter und Redewendungen nutzen diese Konstruktion: Wer wagt, gewinnt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer A sagt, muss auch B sagen. Was sein muss, muss sein. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Wie unterscheidet sich was…das von was als einfachem Relativpronomen?
Als einfaches Relativpronomen bezieht sich was auf ein Bezugswort: Alles, was er sagte, war richtig. Als verallgemeinerndes Relativpronomen steht was satzeinleitend ohne Bezugswort: Was du sagst, (das) stimmt. Hier bedeutet was so viel wie „das, was“ oder „alles, was“.
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